// Bericht über die Fahrt nach München und Frankfurt bezüglich des Projekts Wirtschafts.Forscher!

Am 30. Mai 2017 war es wieder soweit: Die große Abschlussveranstaltung Economic Youth Summit 2017 des Programms „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ fand im PwC-Tower 185 in Frankfurt am Main statt. Unter den 100 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern war auch Jamal Fischer vom Jakob-Fugger-Gymnasium Augsburg und Verfasser des nachfolgenden Berichtes.

Erforschen kann man nur die Naturwissenschaften – oder? Nein, denn auch das Fach Wirtschaft und Recht beherbergt viele Bereiche zum Experimentieren und Forschen, denn unsere Welt im Bereich der Wirtschaft, des Rechts und der Politik ist umfangreicher, als man vielleicht glauben mag.

Zum ersten Mal nimmt das Jakob-Fugger-Gymnasium als eine von 20 Schulen in ganz Deutschland am Projekt „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ teil und führt in der wirtschaftlich ausgerichteten zehnten Klasse eine Projektphase im Fach Wirtschaft und Recht durch, in der es darum geht, wirtschaftsethische Probleme von verschiedenen Perspektiven zu betrachten und möglichst effiziente Lösungsvorschläge zu finden. Das Wirtschafts.Forscher!-Projekt ist ein gemeinsames Programm der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, des Centrums für angewandte Politikforschung München, des Instituts für Ökonomische Bildung Oldenburg und der Karl Schlecht Stiftung aus Aichtal. Neben sehr vielen praktisch ausgerichteten Unterrichtsphasen und spannenden Gedankenexperimenten findet im Zuge des Projekts auch eine Klassenfahrt nach München statt, ebenso wie eine Fahrt nach Frankfurt, welche von vier SchülerInnen angetreten werden kann.

So fand am Mittwoch, den 15. Februar 2017 die erste Exkursion, die Klassenfahrt nach München statt. Der Ausflug begann bereits morgens am Hauptbahnhof Augsburg, mit dem Zug ging es dann zum Hauptbahnhof in München, kaum umgesehen und schon standen wir vor einer recht großen Villa, in welcher wir auch direkt herzlich begrüßt wurden. Daraufhin wurden wir in den Hauptraum geführt, der ein Teil der Universitätsbibliothek ist.

Ohne große Verzögerungen begann nun auch direkt das Programm mit einer kurzen Einführung in das Hauptthema des Tages, über welches wir Schüler einige Wochen vor dem Workshop abgestimmt haben – das Tagesthema bezog sich auf die Welt des Smartphones. Der Tag wurde in vier große Phasen eingeteilt, dazwischen gab es jeweils eine Pause.

Die erste Phase beinhaltete einigen Input über das Thema Smartphone, da dieses ja doch ein sehr breites Spektrum an Themenbereichen beinhaltet, in welcher Umfragen gestartet wurden. Kurz darauf in der zweiten Phase ging es dann an die Projektarbeit, in welcher unsere Klasse in drei Teile aufgeteilt wurde. Hierbei galt es, aus Sicht der Konsumenten, der Unternehmen und der Politik die Problematiken, die Interessen und die Lösungsansätze bezüglich der Welt rund um das Smartphone aufzulisten. In der dritten Phase ging es darum, die erarbeiteten Ergebnisse aus der zweiten Phase vorzustellen, was zu komplett neuen und vorher vielleicht gar nicht wirklich relevanten Problemstellungen geführt hat. Nachdem aus jeder Gruppe zwei Vertreter ihr Endergebnis vorgestellt hatten, wurde auf einem Plakat das gesamte Endergebnis zusammengefasst, also die relevantesten Ergebnisse aus allen der drei Gruppen. Nach einer kurzen Pause folgte die vierte Phase, eine Dialogrunde mit zwei Rechtsanwälten aus dem IT-Bereich und einem App-Entwickler und Gründer vieler Unternehmen, wie zum Beispiel AppAdvisor. In dieser Phase wurden die Fragen, die in der zweiten Phase erarbeitet wurden, dann an die Experten gestellt und ausnahmslos umfangreich und professionell beantwortet.

Am Ende lässt sich sagen, dass der Tag vor allem im Bereich der Informationsaufnahme ein voller Erfolg für uns alle war und vor allem das Essen vorzüglich geschmeckt hat.

Drei Monate später ging es für vier Schüler unserer Klasse nach Frankfurt zum Abschluss des diesjährigen Wirtschafts.Forscher!-Projekts. Über zwei Tage hatten Elisabeth Ackermann, Jonni Krünes, Tim Richstein und Jamal Fischer in verschiedenen Projekten und Workshops die Möglichkeit, den sehr breitgefächerten Bereich der Wirtschaft nochmal detailreicher unter die Lupe zu nehmen.

So waren die Höhepunkte des ersten Tages der Besuch der deutschen Börse in Frankfurt und der Besuch des PwC-Experience Center im 34. Stock des PwC-Towers 185. Abends stand dann noch ein gemeinsames Abendessen im Frankfurter Kunstverein in der Innenstadt auf dem Plan. Der Rest des Tages stand den einzelnen Gruppen nun noch zur freien Verfügung für den Aufenthalt und die Besichtigung der Innenstadt.
Der zweite Tag des Aufenthaltes sah ein deutlich strafferes Programm vor. So fanden wir uns bereits um 09:00 Uhr morgens für die Begrüßung durch Markus Burghardt, Financial Service Leader der PricewaterhouseCoopers GmbH WPG und des Vorstandes der PwC-Stiftung, Lutz Roschker, im Auditorium im Erdgeschoss des PwC-Towers wieder.

Daraufhin erhielten wir Teilnehmer von Prof. Dr. Oliver Zöllner, Professor des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien Stuttgart, Input in Form eines Vortrags, der sich mit der Frage, inwiefern wir Werte in der heutigen Welt der Digitalisierung brauchen, beschäftigte.

 

Der nächste Tagesordnungspunkt bestand aus Schülerworkshops. Hierzu wurden die Teilnehmer in die drei Gruppen – Staat, Unternehmen und Konsument – aufgeteilt, wobei zum Zwecke der Intensivierung jede dieser drei Gruppen nochmal in zwei Hälften mit je einer Teamleitung eingeteilt wurden. Es wurde im Folgenden ausgearbeitet, inwiefern es, ausgehend von allen drei Akteursgruppen, berechtigt sei, dass Unternehmen Daten der Konsumenten sammeln, verwerten und auch verkaufen.

 

In der nun folgenden Pause wurde das Mittagessen durch die TONALi Jazz Lounge begleitet, einem sehr professionellen Duo am Cello und an der Violine, welche dem sehr reichhaltigen Mittagessen mit enormer Auswahl an Gerichten eine musikalische Begleitung bereitete.

 

Nach der Pause wurden die geteilten Gruppen wieder in ihren Rollen vereint und jeder der drei Akteursgruppen erhielt nun einen Experten aus Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft für Ratschläge zur Seite gestellt, der uns Schüler für die darauffolgende Podiumsdiskussion vorbereiten sollte und die zuvor gesammelten Argumente mit uns besprach.

 

Nach Abschluss der Phase folgte die Podiumsdiskussion, in welcher je zwei Schüler aus jeder Gruppe in einer Argumentationsrunde versuchten, ihre Meinung möglichst schlüssig darzustellen und gegen die beiden anderen Parteien zu verteidigen.

 

Am Ende der zweitägigen Veranstaltung erhielt jeder Teilnehmer ein Zertifikat und jede Schule eine Plakette. Das Schlusswort lag nun noch bei Dr. Katrin Schlecht, Vorstand der Karl Schlecht Stiftung, sodass um 16:00 Uhr auch der Economic Youth Summit sein Ende fand.

Bericht: Jamal Fischer vom Jakob-Fugger-Gymnasium in Augsburg

Bildnachweis: CHUNDERKSEN