// Einblicke

2018/2019

  • Bildnachweis: Anna Rozkosny

    Weites Themenspektrum am ersten Tag

    Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Fachvortrag zum Thema „Wirtschaftsethik in Zeiten der Globalisierung“ von Dr. Matthias Uhl von der Technischen Universität München. Zu Beginn des Vortrag von Herrn Dr. Uhl wurde die Wirtschaftsethik der Moderne thematisiert und in mehreren Feldern definiert. Anschließend wurden moralische Probleme besprochen, welche u. a. bei der Nutzung von Algorithmen auftreten können. Dank der lebensnahen Behandlung der Thematik wurde eine Identifikation mit den Inhalten möglich und der Vortrag hierdurch noch greifbarerer für alle Beteiligten.


    Bildnachweis: Anna Rozkosny

    Auf den Input folgte ein von Moritz Avenarius, Zukunftslotse aus Hamburg, durchgeführtes BarCamp, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sich über selbst ausgewählte Themen der Wirtschaftsethik und Digitalisierung zu unterhalten. Neben Fragen des Datenschutzes wurden hier auch nachhaltige Urlaubsreisen oder neue Unterrichtsformate diskutiert – die Gestaltungsmöglichkeiten des BarCamp-Formats wurden voll und ganz ausgeschöpft. Nach intensiven Diskussionen fand der Tag einen stilvollen Ausklang in der Lounge von PwC, wo die Gespräche des Nachmittags in entspannter Atmosphäre fortgesetzt werden konnten.


    Bildnachweis: Anna Rozkosny

    Zweiter Tag bietet Einblicke in den digitalen Alltag

    Den Schwerpunkt des zweiten Tages bildeten Fachvorträge, die Einblicke in die Praxis digitaler Transformationsprozesse lieferten. So veranschaulichte Jochen Berbuer, Beiratsmitglied der bee smart city GmbH, anhand der „Smart City“ die Möglichkeiten, öffentliche Lebens- und Begegnungsräume mit digitaler Unterstützung zu gestalten. Daniel Friederich, der im Verbundprojekt enera der EWE Aktiengesellschaft arbeitet, warf mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Blick in die Privaträume der Zukunft – das „Smart Home“. Und um den Überblick über die einschneidenden Veränderungen des Alltagslebens durch die Digitalisierung zu komplettieren, veranschaulichten Stefanie Woerns, Vorstandsmitglied der Stiftung Gesundheit, und Dr. Lucas Spohn, Gründer und CEO der Tomes GmbH, mit Ihren Fachvorträgen zum Thema „eHealth“ den Umbruch im Gesundheitssystem.


    Bildnachweis: Anna Rozkosny

    Nach den vielfältigen Eindrücken der beiden Konferenztage können die teilnehmenden Lehrkräfte nun ihr Wissen in den Unterricht einbringen – und ihre Schülerinnen und Schüler zu noch besseren Wirtschafts.Forschern! machen.

  • Der erste Veranstaltungstag begann mit einem Empfang bei PwC in Berlin. Frau Dr. Maren Ziese (Leiterin des Stiftungsteams der PwC-Stiftung) begrüßte zunächst die in diesem Schuljahr neu hinzugekommenen Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer. Nach einem organisatorischen und ersten inhaltlichen Einstieg in die fachlichen Grundlagen der Wirtschaftsethik am Vormittag, warf am Abend Frau Maria Klein-Schmeink (MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen) mit den Wirtschafts.Forscher!-Lehrkräfte einen informativen sowie kritischen Blick auf die derzeitigen Entwicklungen der deutschen Gesundheitspolitik. Im gegenseitigen Austausch wurde deutlich, dass eHealth, die Digitalisierung aller Bereiche des Gesundheitswesens, ein politisch zentrales und hoch komplexes Themenfeld ist, welches sowohl kooperatives als auch vernetztes Arbeiten aller Stakeholder erfordert. Bis dato sind viele Fragestellungen noch ungeklärt. Die Nutzung der Potenziale der Digitalisierung, wie zum Beispiel das Empowerment der Patientinnen und Patienten sowie die Förderung kooperativer Behandlungsketten, sind jedoch laut Frau Klein-Schmeink im Bereich Gesundheit wünschenswerte zukünftige Chancen, die wir nutzen sollten.

    Im Anschluss an den politischen Einblick in die Zukunft des Gesundheitssystems kamen alle Programmbeteiligten bei Antipasti und mit Blick auf das Regierungsviertel bei Nacht zu einem gleichermaßen geselligen wie anregenden Austausch zusammen.


    Bildnachweis: IÖB

    eHealth: Wo geht die Reise in 15 Jahren hin? Und was sollten Schülerinnen und Schüler wissen?

    Ein Horrorszenario für Lehrkräfte: In 15 Jahren laden Schülerinnen und Schüler, nach einem Videoanruf bei ihrem Arzt, noch aus dem Bett ihre ärztlichen Atteste in die Gesundheits-App der Schule. Dieses ist nur eine Vorstellung bezüglich der Zukunft unseres Gesundheitssystems, welche mittels Szenariomethode von den Lehrkräften am zweiten Tag erarbeitet wurden. Hierbei standen u. a. Fragen nach der „Pflege per Roboter“, der „Nutzung von Mobile-Health-Anwendungen“ und der „Bereitstellung von Online-Sprechstunden“ in den kommenden Jahrzehnten im Vordergrund. Zudem galt es, ökonomisch-politische Gestaltungsmöglichkeiten zu analysieren und daran anknüpfend Ideen zur unterrichtlichen Realisierung im Programmkontext zu entwickeln.


    Bildnachweis: IÖB

    Bei einer Ausstellung konnten die Ergebnisse präsentiert und diskutiert werden. Insbesondere der schulisch handhabbare und problemorientierte Zugang brachte kreative Ansätze zu Tage. Man stelle sich vor, Schülerinnen und Schüler, deren Eltern eine Brille tragen, müssten gezwungenermaßen als Präventivmaßnahme im Klassenraum in den ersten Reihen sitzen. Geschickt lässt sich diese Situation auf die Vor- und Nachteile der Weitergabe persönlicher Gesundheitsdaten an die Krankenkasse oder den Arbeitgeber transferieren.

    Am Ende der Veranstaltung waren sich die Teilnehmenden einig, dass eHealth eine hoch aktuelle Thematik ist, welche sich als Anwendungsbeispiel gut für die unterrichtliche Vermittlung wirtschaftsethischer Fragestellungen eignet.

    Wirtschafts.Forscher!-Konferenz am 06. Und 07. November 2018

    Im Anschluss an die Lehrerfortbildung erfolgen nun die Schülerworkshops sowie der Unterricht mithilfe der bereitgestellten Arbeitshefte und Onlinematerialien. Der nächste spannende Termin ist die Wirtschafts.Forscher!-Konferenz am 06. und 07. November 2018 bei PwC in Berlin.

    Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme an der Wirtschafts.Forscher!-Konferenz haben, können Sie sich gerne bis zum 15.10.2018 an das Team der PwC-Stiftung wenden (E-Mailadresse: info@pwc-stiftung.de, Tel.: 069 9511 9890).

    Bis dahin wünschen wir allen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern viel Spaß und vielfältige Erkenntnisse im Rahmen des Forschenden Lernens.

  • Ebenso wie in den vergangenen Jahren, setzt sich das Wirtschafts.Forscher!-Programm im Schuljahr 2018/2019 aus Lehrerfortbildung, Unterrichtsmaterial, Online-Plattform, die von den Peer-Teamern geführten Schülerworkshops sowie der Abschlussveranstaltung dem Economic Youth Summit zusammen.

    Darüber hinaus wird es dieses Jahr zum ersten Mal eine Wirtschafts.Forscher!-Konferenz geben. Die Wirtschafts.Forscher!-Konferenz bietet den Teilnehmenden eine vertiefte und dialogische Auseinandersetzung mit den weiterführenden Programminhalten der Wirtschafts.Forscher! 4.0. Es wird unter anderem ein BarCamp stattfinden, um die Perspektiven der Lehrerinnen und Lehrer noch stärker einzubinden. Die Wirtschafts.Forscher!-Konferenz wird allen Schulen, die bereits am Wirtschafts.Forscher!-Programm teilgenommen haben oder aktuell teilnehmen, angeboten. Sie ist daher auch eine spannende Möglichkeit für einen Austausch miteinander und ein Wiedersehen sowie Kennenlernen aller Beteiligten.

    Im vierten Jahr werden elf Schulen aus Bayern und Baden-Württemberg am Wirtschafts.Forscher!-Programm teilnehmen. Es werden insgesamt rund 425 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I sowie 18 Lehrkräfte am Programm teilnehmen.

    Für das 4. Wirtschafts.Forscher!-Jahr sind folgende Termine geplant:

    • 25. – 26.09.2018        Lehrerfortbildung, bei PwC in Berlin
    • 06. – 07.11.2018        Wirtschafts.Forscher!-Konferenz, bei PwC in Berlin
    • 11. – 12.03.2019        Economic Youth Summit 2019, bei PwC in Frankfurt am Main
    • Sowie die Workshops für die Schülerinnen und Schüler an den Schulen, die individuell vereinbart werden.

    Wir freuen uns auf das bevorstehende Programmjahr und die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften.

2017/2018
  • Ich bin Lehrerin an der Tulla Realschule in Mannheim. Unsere Schule ist die größte Realschule inmitten Mannheims und hat einen musisch-künstlerischen Schwerpunkt. Unsere Schülerschaft hat einen hohen Migrationshintergrund, ist bunt gemischt und sehr aufgeschlossen. Als die Anfrage kam, ob Tulla am Wirtschafts.Forscher! Programm teilnehmen möchte, sahen das alle als eine wünschenswerte Bereicherung, vor allem in Bezug auf den neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg.

    Wirtschafts.Forscher!- was ist das eigentlich? Das Hauptziel des Programms ist es, dass Schülerinnen und Schüler sich Wirtschaftsthemen in Form des Forschenden Lernens erschließen n – und das bundesweit. Diese Themen sollen nicht nur aus ökonomischer Perspektive betrachtet werden, sondern auch aus ethischer.
    Das Unterrichtsmaterial bietet einen alltagsbezogenen, aktuellen Umgang mit vielen wirtschaftlichen Aspekten. Dabei geht es nie um den „erhobenen Zeigefinger“, sondern um das Aufmerksammachen. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten handlungsorientiert einzelne Module und schärfen so ihren Blick.
    Aus Lehrersicht ist es Luxus, fertiges Schülermaterial in Klassengröße ausgefertigt zu bekommen. Zudem lassen sich die einzelnen Themen ganz individuell in den Unterricht einbauen. Zum einen ist es möglich, die Module zu splitten oder einzelne Themenfelder herauszupicken, zum anderen lassen sich die Themen in unterschiedliche Fächer integrieren. Die Aufteilung innerhalb einer Klasse bedarf lediglich einer kurzen Absprache.

    Ein Highlight für die Schülerinnen und Schüler war sicherlich in beiden Durchläufen der Schülerworkshop, den Teamer des Centrums für angewandte Politikforschung durchgeführt haben, in unserem Fall zum Thema „Kleidung“. Die Jugendlichen haben sich nach einer Inputphase in die Lage von Arbeiterinnen und Arbeitern, Konsumentinnen und Konsumenten, Händlern sowie Politikerinnen und Politikern hineinversetzt. Der Höhepunkt war jeweils die Diskussionsrunde mit den Expertinnen und Experten aus der Region, dadurch wurde den Teilnehmenden verdeutlicht, dass sie selbst mittendrin in diesem Kreislauf stecken. Einzelne Schülerinnen und Schüler haben sich sogar einer weiterführenden Arbeitsgruppe angeschlossen. Ohne diesen Workshoptag hätten sie sich diese Gedanken nicht gemacht, auch die vorangestellte Unterrichtseinheit zum Konsum hat sie nicht in diesem Maße „wachgerüttelt“.

    Als Schuljahresabschluss galt auch in diesem Jahr der Economic Youth Summit, an welchem auch vier Schülerinnen unserer Schule teilnahmen. Obwohl es für uns aus Mannheim nur eine kurze Strecke nach Frankfurt ist, waren die Schülerinnen aufgeregt und haben sich auf die „Reise“ gefreut. Gespannt waren sie nicht nur auf die Themen, sondern auch auf die anderen Schülerinnen und Schüler. Wie werden wir dastehen? Werden wir alles verstehen?

    Nach einem Besuch im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank, wurden die Vor- und Nachteile eines digitalen Supermarktes beleuchtet. Die Schülergruppen schlüpften hierfür in die Rolle von Politikerinnen und Politiker, Zulieferer, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Betriebsrat. Abschließend behaupteten sie sich mit ihren Ergebnissen in einer Podiumsdiskussion.
    Unsere Schülerinnen fanden es gut, andere Schülerinnen und Schüler kennenzulernen, die nicht auf der Realschule sind oder in Baden-Württemberg leben.
    Mit dem Zertifikat der Wirtschafts.Forscher! in der Hand, machten wir uns auf den Rückweg nach Mannheim.

    Im nächsten Schuljahr geht es für uns in die dritte Runde. Wir sind gespannt, wie die neue Klasse darauf reagiert und was wir bei den Lehrerfortbildungen mitnehmen werden.

  • Nach einem interessanten und begeisternden Besuch im interaktiven Geldmuseum der Bundesbank am ersten Veranstaltungstag begann der Morgen des zweiten Tages mit einer Begrüßung durch Dr. Ulrich Störk (PwC GmbH WPG) und der Ankündigung des Economic Student Advisory Boards (ESAB). Mit dem in der Entstehung befindlichen ESAB können Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten zukünftig aktiv das Programm „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ mitgestalten. Bis zum 29. Juni 2018 kann man sich hierfür noch bewerben (Informationen können hier angefordert werden: info@pwc-stiftung.de).

    Im Anschluss befassten sich die Schülerdelegationen der am Programm beteiligten Schulen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen unter Leitung des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB) mit der fiktiven regionalen Supermarktkette MeMa Mein Markt, welche digitale Umstrukturierungsmaßnahmen plant und dazu Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zulieferinnen und Zulieferer, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Belegschaft zu einem Stakeholder-Dialog einlädt. Hierzu schlüpften die Schülerinnen und Schüler in einer Gruppenarbeitsphase in die Rolle von Stakeholdern und setzten sich vor dem Hintergrund wirtschaftsethischer Aspekte mit ihrer spezifischen Interessenlage auseinander. Sie ermittelten insbesondere die Verknüpfungen zwischen den Stakeholdern, dem Unternehmen und der sich im ständigen Wandel befindlichen wirtschaftlichen sowie politischen Umgebung. Das Ganze gipfelte in einer lebendig geführten Diskussionsrunde mit der (fiktiven) Geschäftsleitung. Deutlich wurde: Die zunehmende Digitalisierung bringt viele Vorteile, aber auch Herausforderungen für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen mit sich. Und stets spielen wirtschaftsethische Fragen eine große Rolle.

    Einen informativen Einblick in die derzeitigen Entwicklungen boten im Anschluss reale Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft: Steffen Köster (Leiter Marketing bei der J. Bünting Beteiligungs AG) als Fürsprecher digitaler Weiterentwicklungen im Einzelhandel, Sabine von Bebenburg (Geschäftsführerin bei der KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH) als Befürworterin des Supermarktes als sozialem Ort sowie Olaf Acker (Digital Services Leader bei PwC Strategy&), welcher das Beispiel „digitaler Supermarkt“ in einen allgemeinen digitalen Strukturwandel einbettete.

    Für die Lehrkräfte wurde zudem ein vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) moderiertes Begleitprogramm organisiert. Neben Impulsvorträgen von Steffen Köster, Sabine von Bebenburg und Kathrin Pollmann (Projektleiterin Fraunhofer IAO, Stuttgart) zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf unser Leben, wurden die Lehrkräfte aktiv unter der Themenstellung „super.MARKT – digital•genial•fatal?“ durch ein Echtzeit-Abstimmungstool einbezogen.

    Den Abschluss des Programmjahres bildete die feierliche Übergabe der Programmzertifikate für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte durch Lutz Roschker (Vorstand PwC-Stiftung) und Dr. Philipp Bocks (Geschäftsleiter Programmbereich der Karl Schlecht Stiftung).

  • Der geringe Altersunterschied zu den Schülerinnen und Schülern erlaubt uns Teamern ein informelles und lockeres Miteinander. Dies trägt erheblich zur Motivation der Teilnehmenden bei und erleichtert unsere Arbeit sehr. Als Teamer freut man sich jedes Mal aufs Neue auf die Workshops, da diese eine erfrischende Abwechslung zum studentischen Alltag darstellen. Bei jedem Workshop macht es große Freude zu sehen, wie sich die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler im Laufe des Tages steigert, was dazu führen kann, dass rege Diskussionen entstehen. Darüber hinaus ist es für die Teamer bereichernd, mit dem methodischen Ansatz des Forschenden Lernens wirtschaftsethische Inhalte zu vermitteln und so die Sichtweisen kennenzulernen.

    Bild: Workshop mit dem Jakob-Fugger-Gymnasium Augsburg am CAP mit Eva Feldmann-Wojtachnia, Projektleitung, Dan Sharell, Maximilian Kretschmann und Andreas Sommer, Wirtschafts.Forscher! Teamer

    Ein großer Vorteil des Forschenden Lernens ist es, dass die Schülerinnen und Schüler nicht zwingend Vorwissen benötigen, sondern sie selbst beginnen, die für sie spannenden Fragen zu entwickeln und zu bearbeiten. Sobald sie dies verinnerlicht haben, beteiligt sich meist die gesamte Klasse an den Diskussionen. Dadurch wird der Forschungsprozess lebhaft und das gemeinsame Arbeiten macht Spaß. Darüber hinaus legen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren Forschungsschwerpunkt eigenständig fest und können diesen ergebnisoffen erforschen. Da diese Methodik für die Schülerinnen und Schüler recht ungewohnt ist, benötigen sie meist eine kurze angeleitete Aufwärmphase. Sobald diese abgeschlossen ist, steigen die Begeisterung und das Engagement stetig. Folglich bemüht man sich als Teamer, die Motivation für den Forschungsprozess zu schaffen und die Anleitung interessant zu gestalten, um eine gute Grundlage für den gesamten Workshop zu legen.

    Die Vermittlung von Wirtschaftsethik stellt für uns Teamer eine spannende Herausforderung dar. Hierbei ist aufgefallen, dass es für die Schülerinnen und Schüler, unabhängig von deren Schulform, ungewohnt ist, sich mit komplexen Problematiken auseinanderzusetzen, welche nicht immer auf Falsch oder Richtig reduziert werden können. Als Teamer hat man immer wieder Freude daran, wenn die Schülerinnen und Schüler dies verstanden und verinnerlicht haben. Denn dann sind sie bereit, sich tiefergehend auf das jeweilige Thema des Workshops einzulassen.

    Für die Workshops stehen drei verschiedene wirtschaftsethische Themen zur Auswahl. Im Workshop Top Seller Smartphone setzen sich die Teilnehmenden kritisch mit ethischen Fragen beispielsweise im Bereich Produktionsbedingungen und der Smartphone Nutzung in Bezug auf den Datenschutz, digitale Kommunikation und das Handy als ökonomische Plattform auseinander. Spannend bei diesem Workshop ist es zu beobachten, dass die Schülerinnen und Schüler zwar die wirtschaftsethischen Probleme erkennen, aber nicht auf ein Smartphone verzichten möchten. So können wirtschaftsethische Fragen im Alltag erlebbar gemacht werden. Im Workshop Massenproduktion von Fleisch setzen sich die jungen Wirtschafts.Forscherinnen! und Wirtschafts.Forscher! kritisch mit ethischen Fragen in Bezug auf die Produktionsbedingungen von Fleisch sowie mit den Konsequenzen eines hohen Fleischkonsums auseinander. Viele Schülerinnen und Schüler zeigen sich hierbei oft überrascht, welche weitgehenden Konsequenzen ein für sie regulärer Fleischkonsum hat und wie viele wirtschaftliche Wirkungszusammenhänge dahinterstecken. Insbesondere die ökologischen Auswirkungen spielen hierbei für sie eine große Rolle. Im Workshop Internationale Textilproduktion setzen sich die Schülerinnen und Schüler kritisch mit ethischen Fragen in Bezug auf die üblichen Produktionsbedingungen großer Kleidungshersteller auseinander. Einige Teilnehmende sind nach diesem Workshop erstaunt, wie wenig Kleidungshersteller es gibt, die ihre Produkte fair produzieren lassen und somit Alternativen beim Kleiderkauf bieten. Grundsätzlich nehmen die Workshops eine multiperspektivische Sichtweise ein. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich hierbei als Mikro.Forscher! mit den Konsumenten, als Meso.Forscher! mit den Unternehmen und als Makro.Forscher! mit der Politik.

    Bild: Workshop Realschule Bildungszentrum Seefälle Bonlanden

    Für die Durchführung der Workshops wurden wir vom CAP intensiv ausgebildet und werden methodisch-didaktisch wie inhaltlich begleitet. Jährlich findet ein mehrtägiges, verpflichtendes Weiterbildungsseminar für alle Teamer statt. Dieses bietet auch die Möglichkeit, sich als Team besser kennenzulernen und Tipps sowie Erfahrungen untereinander auszutauschen. Zusätzlich findet ein Monitoring zur Optimierung der Einsätze durch einen formalisierten Feedbackprozess statt, welcher nach jedem einzelnen Workshop individuell durchgeführt wird.

    Bild: Weiterbildungsseminar für die Teamer

    Bildnachweis: CAP

    Zum Autor
    Nachdem ich in Frankreich und Deutschland aufgewachsen bin, zog ich vor knapp drei Jahren für mein Studium in die Schweiz. Mittlerweile befinde ich mich im 6. Semester meines BWL-Studiums an der Universität St. Gallen und freue mich auf den baldigen Abschluss des Studiums. Bereits vor meinem Studium engagierte ich mich am CAP im Rahmen diverser Projekte. Das Wirtschafts.Forscher!-Programm begleite ich seit seiner Entstehung und es macht mir große Freude zu sehen, wie erfolgreich sich dieses Programm in kurzer Zeit entwickelt hat. Das Programm empfinde ich als besonders bereichernd, weil es mir erlaubt, Aspekte aus meinem Studium aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten und darüber hinaus durch den Kontakt mit Schülerinnen und Schülern aller Schulformen ein besseres Gefühl für die großen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit zu erhalten.

  • Dr. Maren Ziese (Leiterin Stiftungsteam der PwC-Stiftung) und Marleen Schreiber (Bildungsreferentin der Karl Schlecht Stiftung) begrüßten am ersten Veranstaltungstag zunächst die in diesem Schuljahr neu hinzugekommenen Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer. Diese erhielten anschließend eine Einführung in die fachlichen und fachdidaktischen Grundlagen der Unternehmensethik durch Prof. Dr. Dirk Loerwald (Institut für Ökonomische Bildung IÖB).

    Darüber hinaus wurden die Möglichkeiten des Forschenden Lernens im Wirtschaftsunterricht thematisiert, die in einer eigens entwickelten Handreichung für die Lehrkräfte im Programm aufbereitet wurden. Frau Feldmann-Wojtachnia (Centrum für Angewandte Politik CAP) erläuterte den Einsatz des Forschenden Lernens in den projekteigenen Workshops. Bei Mini-Schnitzel, Currywurst und Käseplatte am Abend erfolgte dann ein gleichermaßen reger wie entspannter Austausch aller Projektteilnehmerinnen, -teilnehmer und -partner.

    Am zweiten Tag thematisierten Herr Stephan Friebel-Piechotta (IÖB) und Frau Gwen Schreiber (IÖB) den Themenkomplex „Konsum und Ethik“ sowie die Relevanz von (Spiel-)Regeln für das wirtschaftliche Handeln. Dr. Erik Schlegel (CAP) ergänzte um Erfahrungen aus dem Workshop zur Textilproduktion „Von der Baumwollplantage in meinen Kleiderschrank“.

    Lernen durch „Utopia-Simulation“

    Einen Schwerpunkt der Veranstaltung stellte die Erprobung einer „Utopia-Simulation“ dar, die im Programm für den Unterricht aufbereitet wurde. Ziel der „Utopia-Simulation“ ist es, Schülerinnen und Schülern gleichermaßen die Notwendigkeit gemeinschaftlicher Regeln wie auch die Komplexität der Regelfindung und -festlegung zu vermitteln. Ausgangspunkt ist eine gemeinsame Kreuzfahrt, an deren Ende aufgrund eines Schiffsunglücks alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einer einsamen Insel stranden. Hier gilt es nun, sich selbst zu organisieren und Fragen bzgl. Arbeitsteilung, Austauschprozessen und sozialer Verantwortung zu klären. Nach lebhaften Spielrunden und Diskussionen wurden Verbesserungsvorschläge der Lehrkräfte gesammelt und unterrichtliche Realisierungsvarianten diskutiert. Darüber hinaus wurden vonseiten des IÖB die Materialien zum notwendigen Transfer der Erkenntnisse vorgestellt. Schlussendlich waren sich die Teilnehmenden einig, dass ein solch spielerischer Zugang sehr hilfreich ist, um an die zentralen Fragen in Bezug auf die Gestaltung von Wirtschaftsordnungen heranzuführen.

    Economic Youth Summit als Abschluss im Juni

    Im Nachgang der Präsenzveranstaltung erfolgt nun die Fortsetzung des Unterrichts an den Programmschulen mit den bereitgestellten Arbeitsheften. Die große Abschlussveranstaltung, des Programms „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ bildet der Economic Youth Summit am 04. und 05. Juni 2018 in Frankfurt am Main.
    Bis dahin wünschen wir allen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern weiterhin viel Spaß und vielfältige Erkenntnisse im Rahmen des Forschenden Lernens.

  • Ob zum Thema der Massenproduktion von Fleisch, der internationalen Textilproduktion oder des Topsellers Smartphone, die Teilnehmenden waren fast einhellig begeistert. „Der Workshop hat Spaß gemacht, war cool und sehr vielseitig“, resümierte eine Schülerin rückblickend.


    Im Bild: Schülerinnen und Schüler der 9c des Goethe-Gymnasiums Frankfurt mit den Dialogpartnern Anne Jung (medico international e. V.) und Dr. Andreas Marek (Wirtex – Wirtschaftsverband Textil- Service e. V.) sowie dem Teamer Konstantin Leimig (Bildnachweis: CAP)

    Die Workshops werden als ein zentraler Baustein des Projekts „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ vom CAP an den 21 Projektschulen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachen durchgeführt. Ziel dieser ist es, die Jugendlichen zum kritischen Nachdenken über ihre eigenen Wertvorstellungen anzuregen, wirtschaftliche Sachverhalte unter ethischen Gesichtspunkten zu hinterfragen und übergeordnete Zusammenhänge zu erschließen. So hat ein junger Wirtschafts.Forscher! im Zuge des Workshops festgestellt „wie viele Herausforderungen und Probleme weltweit existieren und dass es nicht immer leicht ist, fair zu sein“ und „dass er viele interessante Fakten erhalten habe.“


    Im Bild: Schülerinnen der 9d der St. Josef Schule Hanau mit den Dialogpartnern Thomas Sillmann (App-Entwickler), Sascha Müller (Rechtsanwalt IT- und Urheberrecht) sowie Michael Sobota (Referent des Hessischen Datenschutzbeauftragten) (Bildnachweis: CAP)

    Vor allem der methodisch-didaktische Ansatz des Forschenden Lernens und dem damit einhergehenden selbstständigen, ergebnisoffenen Arbeiten steigerte die Motivation der Schülerinnen und Schüler. Es sei toll, etwas selber machen zu dürfen, äußerte sich ein Teilnehmer, denn er „habe viele interessante Sachen gelernt und war überrascht, selber Dinge über das Thema herauszufinden“. Denn neben den interaktiven Übungen versetzen sich die Jugendlichen in die drei Perspektiven der Akteursebenen Konsument, Unternehmen und Politik, was den multiperspektivischen Ansatz des Projekts unterstreicht. Im sogenannten Forscherlabor befassen sich die Jugendlichen eigenaktiv und selbstbestimmt mit ihren Werten und Ansichten. Eine Schülerin der Mittelschule München Moosach bringt dies auf den Punkt: „Die Zusammenhänge sind komplizierter als gedacht. Immer wenn ich dachte, eine optimale Lösung für das Problem gefunden zu haben, kam ein neuer Aspekt, der die Sache wieder ins Rollen gebracht hat und schon musste man sich eine neue Lösung überlegen, die für alle Beteiligten gut ist.“

    Auch der Umgang der Teamerinnen und Teamer mit den Jugendlichen wurde wiederholt gelobt. Diese werden vom C·A·P didaktisch-methodisch sowie inhaltlich ausgebildet, leiten die jungen Wirtschafts.Forscherinnen! und Wirtschafts.Forschern! durch den Workshop. Zum Ende des Workshops treten die Jugendlichen je nach Themenwahl in den Austausch mit lokalen Vertretern aus der Praxis. „Mir hat es gefallen, dass wir offen unsere Meinung sagen konnten und alle unsere Fragen stellen durften.“ stellte ein Schüler im Anschluss an die Diskussionsrunde fest.

  • Inhaltlich an die Lebens- und Erfahrungswelt der Jugendlichen angelegt, gehen die jungen Wirtschafts.Forscherinnen! und Wirtschafts.Forscher! in einem von drei exemplarischen Themen unter anderem den Fragen nach: Wie wollen wir in Zukunft wirtschaften? Welche Werte bestimmen die Wirtschaft und unseren Lebensalltag? Wie wollen wir in Zukunft konsumieren? So werden in den als Projekttagen angelegten Workshops, je nach Wahl Inhalte zum Top Seller Smartphone, der internationalen Textilproduktion oder der Massenproduktion von Fleisch untersucht.

    In diesem Schuljahr werden 21 Wirtschafts.Forscher!-Workshops in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen mit mehr als 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Der Workshopansatz entspringt der außerschulischen, politischen Bildungsarbeit. Didaktisch basiert er auf der Methode des Forschenden Lernens. Diese nimmt die Problemorientierung als Ausgangspunkt, um über Mehrperspektivität und eigenverantwortliches, selbstgesteuertes Arbeiten die prozessbezogenen Kompetenzen der Teilnehmenden zu stärken. Marie von der Otto-Hahn-Schule Hanau merkt an: „Es war faszinierend zu sehen, was alles in der Welt geschieht und wie schwer es ist, dass sich Konsumenten, Unternehmen und Politik einigen.“ Über studentische Teamerinnen und Teamer, die am CAP didaktisch-methodisch sowie inhaltlich ausgebildet und qualifiziert werden, wird ein Lernen auf Augenhöhe ermöglicht.

    In der abschließenden Expertendiskussion treten die Jugendlichen in den Austausch mit ausgewählten Vertretern aus der Praxis. So stellte sich Renate Altmann, von altmann-natürliche Mode, den offenen Fragen zur fairen Produktion und dem Kaufverhalten der Schülerinnen und Schüler des Landesgymnasiums für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd. Diese wollten beispielsweise wissen, wo es überhaupt noch Marken gibt, denen man vertrauen kann. „Nachfragen, bohren, wo kommt’s her, ist immer gut.“ rät Altmann den Jugendlichen, denn „viele Geschäfte werben mit Bio-Baumwolle… und wenn man genauer hinschaut, ist tatsächlich nur 1% Bio-Baumwolle drin.“

    Wirtschafts.Forscher!-Workshop im Bildungszentrum Seefälle Bonlanden (Filderstadt) mit der Klasse 10c, der Lehrkraft Frau Kunzelmann sowie den Dialogexpertinnen und -experten Frau Ida Hartmann (Landesbauernverband Baden-Württemberg e. V.); Frau Heike Schäfer (BioAlb Weidefleisch KG) und Florian Petschl (Landwirt). Bildnachweis: Erik Schlegel

  • Der erste Tag begann mit einem Empfang bei PwC in Düsseldorf. Neue und erfahrene Lehrkräfte aus den beteiligten Projektschulen wurden von Hester Weigand (PwC-Stiftung) und Marleen Schreiber (Karl Schlecht Stiftung) begrüßt. Frau Keramati, Schulleiterin der Mittelschule Moosach in München, die seit der ersten Stunde mit an Bord ist, berichtete von ihren Erfahrungen und von den positiven Wirkungen des Programms auf ihre Schülerschaft. Die neuen Programmteilnehmer hatten bereits am Nachmittag eine Einführung in die fachdidaktische Ausrichtung sowie die einzelnen Bestandteile und Angebote des Programms erhalten. Besonders schön dabei: Unter allen Teilnehmern konnten auch zwei Kolleginnen der neu hinzugekommenen Oberschule Bad Bodenteich in Niedersachsen begrüßt werden.

    Am zweiten Tag wurde in großer Gruppe gearbeitet. Auf dem Programm stand die Auseinandersetzung mit zentralen wirtschaftsethischen Fragestellungen und den Möglichkeiten ihrer unterrichtlichen Vermittlung. Inhaltlich ging es unter anderem um die größten ethischen Herausforderungen der sozialen Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert sowie die Beschäftigung mit den Herausforderungen im Konfliktfeld „Ökonomie vs. Ökologie“. Im Wechsel von fachlichen Inputs, der Vorstellung unterrichtlicher Realisierungsmöglichkeiten, Diskussionen im Plenum und Gruppenarbeitsphasen konnten dabei sowohl spannende Ergebnisse erzielt wie auch Erfahrungen ausgetauscht werden.

    Bildnachweis: IÖB

    Im Anschluss an die Präsenzphase beginnen nun in allen 21 Wirtschafts.Forscher!-Schulen die Workshops sowie der Unterricht mithilfe der zur Verfügung gestellten vier Module. Parallel wird der Austausch zwischen allen Partnern und die Unterstützung der Lehrkräfte auf der Wirtschafts.Forscher!-Onlineplattform fortgeführt. Das nächste Treffen aller Programmteilnehmer findet am 22. und 23. Februar 2018 in Frankfurt am Main statt.

    Wir wünschen allen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern bis dahin viel Spaß und vielfältige Erkenntnisse im Rahmen des forschenden Lernens.

  • Auch im Schuljahr 2017/2018 setzt sich das Wirtschafts.Forscher!-Programm wieder aus den Bestandteilen Lehrerfortbildung, Unterrichtsmaterial, Online-Plattform sowie die von den Peer-Teamern geführten Schülerworkshops zusammen.

    Im dritten Jahr werden insgesamt 21 Schulen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen am Wirtschafts.Forscher!-Programm teilnehmen. Somit steigt die Anzahl der mitwirkenden Schulen von 20 auf 21 Schulen. Hierdurch werden insgesamt rund 750 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I sowie 30 Lehrkräfte am Programm teilnehmen.

    Für das 3. Wirtschafts.Forscher!-Jahr sind folgende Termine geplant:

    • 06. – 07.11.2017      1. Lehrerfortbildung, bei PwC in Düsseldorf
    • 22. – 23.02.2018      2. Lehrerfortbildung, bei PwC in Frankfurt am Main
    • 04. – 05.06.2018      Economic Youth Summit 2018, bei PwC in Frankfurt am Main
    • Sowie die Workshops für die Schülerinnen und Schüler an den Schulen, die individuell vereinbart werden.

    Wir freuen uns auf das bevorstehende Projektjahr und sind gespannt auf die Ideen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler.

2016/2017
  • Erforschen kann man nur die Naturwissenschaften – oder? Nein, denn auch das Fach Wirtschaft und Recht beherbergt viele Bereiche zum Experimentieren und Forschen, denn unsere Welt im Bereich der Wirtschaft, des Rechts und der Politik ist umfangreicher, als man vielleicht glauben mag.

    Zum ersten Mal nimmt das Jakob-Fugger-Gymnasium als eine von 20 Schulen in ganz Deutschland am Projekt „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ teil und führt in der wirtschaftlich ausgerichteten zehnten Klasse eine Projektphase im Fach Wirtschaft und Recht durch, in der es darum geht, wirtschaftsethische Probleme von verschiedenen Perspektiven zu betrachten und möglichst effiziente Lösungsvorschläge zu finden. Das Wirtschafts.Forscher!-Projekt ist ein gemeinsames Programm der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, des Centrums für angewandte Politikforschung München, des Instituts für Ökonomische Bildung Oldenburg und der Karl Schlecht Stiftung aus Aichtal. Neben sehr vielen praktisch ausgerichteten Unterrichtsphasen und spannenden Gedankenexperimenten findet im Zuge des Projekts auch eine Klassenfahrt nach München statt, ebenso wie eine Fahrt nach Frankfurt, welche von vier SchülerInnen angetreten werden kann.

    So fand am Mittwoch, den 15. Februar 2017 die erste Exkursion, die Klassenfahrt nach München statt. Der Ausflug begann bereits morgens am Hauptbahnhof Augsburg, mit dem Zug ging es dann zum Hauptbahnhof in München, kaum umgesehen und schon standen wir vor einer recht großen Villa, in welcher wir auch direkt herzlich begrüßt wurden. Daraufhin wurden wir in den Hauptraum geführt, der ein Teil der Universitätsbibliothek ist.

    Ohne große Verzögerungen begann nun auch direkt das Programm mit einer kurzen Einführung in das Hauptthema des Tages, über welches wir Schüler einige Wochen vor dem Workshop abgestimmt haben – das Tagesthema bezog sich auf die Welt des Smartphones. Der Tag wurde in vier große Phasen eingeteilt, dazwischen gab es jeweils eine Pause.

    Die erste Phase beinhaltete einigen Input über das Thema Smartphone, da dieses ja doch ein sehr breites Spektrum an Themenbereichen beinhaltet, in welcher Umfragen gestartet wurden. Kurz darauf in der zweiten Phase ging es dann an die Projektarbeit, in welcher unsere Klasse in drei Teile aufgeteilt wurde. Hierbei galt es, aus Sicht der Konsumenten, der Unternehmen und der Politik die Problematiken, die Interessen und die Lösungsansätze bezüglich der Welt rund um das Smartphone aufzulisten. In der dritten Phase ging es darum, die erarbeiteten Ergebnisse aus der zweiten Phase vorzustellen, was zu komplett neuen und vorher vielleicht gar nicht wirklich relevanten Problemstellungen geführt hat. Nachdem aus jeder Gruppe zwei Vertreter ihr Endergebnis vorgestellt hatten, wurde auf einem Plakat das gesamte Endergebnis zusammengefasst, also die relevantesten Ergebnisse aus allen der drei Gruppen. Nach einer kurzen Pause folgte die vierte Phase, eine Dialogrunde mit zwei Rechtsanwälten aus dem IT-Bereich und einem App-Entwickler und Gründer vieler Unternehmen, wie zum Beispiel AppAdvisor. In dieser Phase wurden die Fragen, die in der zweiten Phase erarbeitet wurden, dann an die Experten gestellt und ausnahmslos umfangreich und professionell beantwortet.

    Am Ende lässt sich sagen, dass der Tag vor allem im Bereich der Informationsaufnahme ein voller Erfolg für uns alle war und vor allem das Essen vorzüglich geschmeckt hat.

    Drei Monate später ging es für vier Schüler unserer Klasse nach Frankfurt zum Abschluss des diesjährigen Wirtschafts.Forscher!-Projekts. Über zwei Tage hatten Elisabeth Ackermann, Jonni Krünes, Tim Richstein und Jamal Fischer in verschiedenen Projekten und Workshops die Möglichkeit, den sehr breitgefächerten Bereich der Wirtschaft nochmal detailreicher unter die Lupe zu nehmen.

    So waren die Höhepunkte des ersten Tages der Besuch der deutschen Börse in Frankfurt und der Besuch des PwC-Experience Center im 34. Stock des PwC-Towers 185. Abends stand dann noch ein gemeinsames Abendessen im Frankfurter Kunstverein in der Innenstadt auf dem Plan. Der Rest des Tages stand den einzelnen Gruppen nun noch zur freien Verfügung für den Aufenthalt und die Besichtigung der Innenstadt.
    Der zweite Tag des Aufenthaltes sah ein deutlich strafferes Programm vor. So fanden wir uns bereits um 09:00 Uhr morgens für die Begrüßung durch Markus Burghardt, Financial Service Leader der PricewaterhouseCoopers GmbH WPG und des Vorstandes der PwC-Stiftung, Lutz Roschker, im Auditorium im Erdgeschoss des PwC-Towers wieder.

    Daraufhin erhielten wir Teilnehmer von Prof. Dr. Oliver Zöllner, Professor des Instituts für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien Stuttgart, Input in Form eines Vortrags, der sich mit der Frage, inwiefern wir Werte in der heutigen Welt der Digitalisierung brauchen, beschäftigte.

     

    Der nächste Tagesordnungspunkt bestand aus Schülerworkshops. Hierzu wurden die Teilnehmer in die drei Gruppen – Staat, Unternehmen und Konsument – aufgeteilt, wobei zum Zwecke der Intensivierung jede dieser drei Gruppen nochmal in zwei Hälften mit je einer Teamleitung eingeteilt wurden. Es wurde im Folgenden ausgearbeitet, inwiefern es, ausgehend von allen drei Akteursgruppen, berechtigt sei, dass Unternehmen Daten der Konsumenten sammeln, verwerten und auch verkaufen.

     

    In der nun folgenden Pause wurde das Mittagessen durch die TONALi Jazz Lounge begleitet, einem sehr professionellen Duo am Cello und an der Violine, welche dem sehr reichhaltigen Mittagessen mit enormer Auswahl an Gerichten eine musikalische Begleitung bereitete.

     

    Nach der Pause wurden die geteilten Gruppen wieder in ihren Rollen vereint und jeder der drei Akteursgruppen erhielt nun einen Experten aus Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft für Ratschläge zur Seite gestellt, der uns Schüler für die darauffolgende Podiumsdiskussion vorbereiten sollte und die zuvor gesammelten Argumente mit uns besprach.

     

    Nach Abschluss der Phase folgte die Podiumsdiskussion, in welcher je zwei Schüler aus jeder Gruppe in einer Argumentationsrunde versuchten, ihre Meinung möglichst schlüssig darzustellen und gegen die beiden anderen Parteien zu verteidigen.

     

    Am Ende der zweitägigen Veranstaltung erhielt jeder Teilnehmer ein Zertifikat und jede Schule eine Plakette. Das Schlusswort lag nun noch bei Dr. Katrin Schlecht, Vorstand der Karl Schlecht Stiftung, sodass um 16:00 Uhr auch der Economic Youth Summit sein Ende fand.

    Bericht: Jamal Fischer vom Jakob-Fugger-Gymnasium in Augsburg

    Bildnachweis: CHUNDERKSEN

  • Der Economic Youth Summit 2017

    Rund 100 Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte aus Schulen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen, Expertinnen und Experten und geladene Gäste trafen sich am 30. Mai 2017 im Tower 185 bei PwC in Frankfurt am Main zum ultimativen Höhepunkt und Abschluss des zweiten Wirtschafts.Forscher!-Jahres!

    Der Tag stand mit dem Themenschwerpunkt „Meine Daten – (D)ein Geschäft“ ganz im Zeichen der Digitalisierung. Das Geschäft mit Daten boomt. Aber worauf lassen wir uns dabei ein, wenn wir soziale Netzwerke nutzen und online einkaufen? Wie werden die Daten verwertet, was ist mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und habe ich ein Recht auf private Rückzugsräume? Das sind nur einige Fragen, mit denen sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schülern an diesem Tag mit Hilfe von Experteninnen und Experten aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft beschäftigten.

    Einen umfassenden Input bekamen die Schüler dabei von Dr. Oliver Zöllner, Professor für Medienforschung, internationale Kommunikation und Digitale Ethik am Institut für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien Stuttgart. Er traf mit seinem Vortrag „Digitalisierung und Gesellschaft: Warum wir Werte brauchen“ genau den Nerv der Zeit und der Schüler.

    Bildnachweis: CHUNDERKSEN

    Bereits hier nutzten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit ihre Fragen rund um den Datenhandel zu stellen und die ethische Dimension der Digitalisierung zu diskutieren. Höhepunkt der Veranstaltung war der Talk im Turm, bei dem sieben junge Wirtschafts.Forscher! sich jeweils in die Rolle eines Vertreters aus Wirtschaft, Staat sowie Verbrauchern versetzten und aus ihrer jeweiligen Perspektive Fragen zu Digitalisierung und dem Handel mit Daten diskutierten.

    Bildnachweis: CHUNDERKSEN

    Für künstlerische und musikalische Abwechslung wie auch Unterhaltung sorgte die Graphic Recorderin Dorsi Doi Germann und das Duo Jazz Lounge. Die feierliche Übergabe der Teilnahmezertifikate durch Lutz Rochker und Dr. Katrin Schlecht, Vorstand der Karl Schlecht Stiftung, markierte den festlichen Abschluss des Economic Youth Summits 2017.

  • Dabei war die Begeisterung über interessante und spannende Themen sowie die Diskussion mit den Experten aus Wirtschaft und Politik bei den Jugendlichen von Rastede bis Ravensburg, von der Werkrealschule bis zum Gymnasium groß. Der Workshop ist als Projekttag konzipiert, dauert sechs Zeitstunden und dreht sich wahlweise um die Themen „Internationale Textilproduktion“, „Massenproduktion von Fleisch“ und „Top Seller Smartphone“. Methodisch folgen die Workshops dem Peer-to-Peer Ansatz. Dabei führen Studierende, die am CAP methodisch-didaktisch geschult werden, durch den Workshoptag. Sie verstehen es, den jungen Wirtschafts.Forschern! auf Augenhöhe zu begegnen und mit ihnen auf gleicher Wellenlänge zu kommunizieren. Dadurch eröffnet sich für die Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, die Klasse aus einer neuen, ungewohnten und vor allem beobachtenden Perspektive kennenzulernen.

    Die Workshops zielen darauf ab, das Interesse der Schülerinnen und Schüler auf ethische Fragen im wirtschaftlichen Handeln zu lenken. Dazu gehören neben der kritischen Reflexion des eigenen wirtschaftlichen Handelns auch der gemeinsame Diskurs über eine lebenswerte und zukunftsfähige Wirtschaft sowie individuelle und gesellschaftliche Werteinstellungen. Dabei fließen kritisch und problemlösungsorientiert die Interessen aller Akteursgruppen in die Betrachtungen der Jugendlichen ein. Mehrperspektivisch setzen sie sich mit der Ebene der Konsumenten, Unternehmen und Politik auseinander. Sie erforschen ihre direkte und indirekte Umwelt, schauen über den sprichwörtlichen „eigenen Tellerrand“ und entwickeln daraus in Gruppenarbeit kooperativ, ergebnisoffen, eigenaktiv und selbstbestimmt Fragestellungen. „Ich habe festgestellt, dass sich die anfänglichen Positionen zum Thema ‚Fleischproduktion‘ bei den Schülern im Laufe des Workshops deutlich geändert haben”, bilanzierte Markus Vohl, Lehrer des Faches Gemeinschaftskunde am Eduard-Spranger-Gymnasium. „Ich möchte mich künftig mehr über Gütesiegel informieren und mehr darüber wissen, wie das Fleisch produziert wird“, erklärte Juan aus der 9c des Eduard-Spranger-Gymnasiums. Seine Klassenkameradin Magdalena resümierte: „Durch den Workshop ist mir wichtig geworden, nicht mehr so viel Fleisch, wie bislang zu essen, da aus meiner Sicht zu viele Tiere in der Landwirtschaft gehalten werden.“

    Der Workshop endet für die Schülerinnen und Schüler mit einem Reality-Check. Ausgewählte Experten aus Wirtschaft und Politik – oft mit regionalen Bezügen – stehen den Schülerinnen und Schülern in einer Dialogrunde Rede und Antwort. Sie gehen auf die beforschten oder offenen Fragestellungen ein und geben Feedback zu den erarbeiteten Handlungsempfehlungen. Die Ergebnisse des Workshops sowie der Dialogrunde werden auf einem Forscherplakat dokumentiert. Dieses verbleibt nach dem Workshop an der Schule, um themenbezogenen, individuellen Anknüpfungspunkten aus dem Schülerworkshop im späteren Unterricht nachgehen zu können.

  • Am 13. und 14. Februar 2017 kamen bei PwC in Frankfurt am Main knapp 30 Lehrkräfte zusammen, die 2016 neu in das Projekt Wirtschafts.Forscher! eingestiegen sind. Das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm setzte dabei nach der offiziellen Begrüßung durch Susanne Hilger von der PwC-Stiftung verschiedene Schwerpunkte.

    Entsprechend der didaktisch-methodischen Ausrichtung des Programms führten Dirk Loerwald und Yasar Damar vom IÖB in die Grundlagen des Forschenden Lernens in der ökonomischen Bildung ein. Anschließend entwickelte sich eine spannende Diskussion über die Potenziale und Grenzen dieser Methode im Unterricht. Auch die Schüler-Workshops standen auf dem Programm der zweitägigen Lehrerfortbildung. Feierlich übergaben Eva Feldmann-Wojtachnia und Erik Schlegel vom CAP den Lehrkräften jeweils einen umfassenden Materialienordner zu den in den Schulen durchgeführten Workshops. Hierdurch erhalten sie u. a. die Möglichkeit, auch die Workshop-Themen im Unterricht zu behandeln, die noch nicht durchgenommen wurden. Im Anschluss reflektierten die Lehrerinnen und Lehrer in einer moderierten Phase lebendig ihre Erlebnisse aus den bislang durchgeführten Workshops.

    Auch der informelle Austausch sollte bei solchen Treffen nicht zu kurz kommen, daher wurde bei der Abendplanung genug Raum dafür vorgesehen. Im Frankfurter Restaurant „Der Franz“ verbrachte die gesamte Gruppe einen gemütlichen und sehr kommunikativen Abend des ersten Fortbildungstages.

    Nachdem bereits in der ersten Lehrerfortbildung ausführlich der Themenbereich „Wirtschaftsethik“ vorgestellt wurde, vertiefte Dirk Loerwald am zweiten Tag der Lehrerfortbildung mit einem spannenden Vortrag den Aspekt der „Unternehmensethik“. Um die Umsetzung des entsprechenden Unterrichtsmoduls „Unternehmerisches Handeln: Mit Rücksicht auf Verluste!“ zu illustrieren, erarbeiteten die Lehrkräfte in konzentrierter Arbeitsatmosphäre zusammen mit Michael Koch die Strukturierung und inhaltliche Aufbereitung der Unterrichtsmaterialien. Seit der letzten Lehrerfortbildung im vergangenen November setzen die Lehrerinnen und Lehrer mithilfe der Unterrichtsmaterialien das Projekt Witschafts.Forscher! engagiert in ihren Klassen um. Die von Michael Koch geleitete Diskussion über die bisherigen Unterrichtserfahrungen verdeutlichte, dass die Einbindung der Programmbestandteile in den unterrichtlichen Alltag bisher gut gelungen ist.

    Die Lehrkräfte und Projektpartner werden sich Ende Mai 2017 auf dem Economic Youth Summit, der offiziellen Abschlussveranstaltung des Programmjahres, in Frankfurt wiedersehen. Hier werden dann auch 80 Schülerinnen und Schüler aus allen Programmschulen aktiv beteiligt sein.

    Foto: IÖB

  • Mit diesen wird das Interesse der Jugendlichen sowohl auf die Wirkzusammenhänge wie auch auf ethische Fragen wirtschaftlichen Handelns gelenkt. Dabei kommen die Jugendlichen oft zu der Erkenntnis, dass Zusammenhänge komplizierter sind als gedacht und vieles am Ende nicht so ist, wie anfangs angenommen.

    Auch im zweiten Projektjahr findet wieder pro teilnehmende Schule ein Schülerworkshop „Jugend und Wirtschaft im Dialog“ statt. Bei diesem untersuchen die Schülerinnen und Schüler aus der Perspektive von Konsumenten, Unternehmen und Politik folgende Themen: „Internationale Textilproduktion“, „Massenproduktion von Fleisch“ und „Top Seller Smartphone“. Den Workshop leiten gemäß des Peer-to-Peer-Ansatzes studentische, am CAP methodisch-didaktisch geschulte TeamerInnen, die den jungen Wirtschafts.Forschern! auf Augenhöhe begegnen. Durch die Workshops werden die Jugendlichen zur kritischen Reflexion über eine lebenswerte und zukunftsfähige Wirtschaft angeregt. „Welche Macht der Konsument mit seinen Konsumentscheidungen hat, ist faszinierend“, stellt Lena, eine Schülerin der Tulla Realschule Mannheim fest. Ebenso hinterfragen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Werteinstellungen und Handlungen.

    Neben dem eigenen Konsumverhalten setzen sich die Jugendlichen auch mit Handlungs- und Problemlösungsansätzen auseinander. Sie erforschen ihre Umwelt und entwickeln selbstbestimmt eigene Fragestellungen. Am Ende des Workshops haben sie Gelegenheit zu einem Reality-Check. Ausgewählte Experten stehen ihnen in einer Dialogrunde Rede und Antwort. Dabei kommt auch die Diskussion von Handlungsempfehlungen nicht zu kurz. „Mir haben die ehrlichen Antworten der Experten zu unseren Ideen gefallen“, freut sich Florian vom Gymnasium Bad Iburg.

    Die Arbeit mit den Studierenden kommt bei den Schülerinnen und Schülern gut an: Im Feedback loben sie die „tolle Atmosphäre“ und den „netten, lockeren Umgang der Teamer!“. Positiv überrascht waren die Jugendlichen auch vom Ablauf des Workshops: „Ich hätte mir den Workshop nicht so spielerisch und locker vorgestellt“. Die jungen Wirtschafts.Forscher! ziehen ein rundum positives Fazit: „Die Vielfalt des Workshops mit den unterschiedlichen Perspektiven war super“. Dabei sind sie aber auch erstaunt über die Bandbreite an unterschiedlichen Meinungen in der Klasse.

    Fotos: Stefanie Pietsch und CAP

  • Die Workshops führen zum Start des neuen Wirtschafts.Forscher!-Schuljahrs unmissverständlich vor Augen, um was es in dem Programm geht, nämlich darum, das Thema Wirtschaft und Werte zusammenzudenken und aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Im Schuljahr 2016/17 nehmen rund 500 Schülerinnen und Schülern aus Schulen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen an dem Forschungsprozess teil.

    Der Workshop ist im Programm „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ als Projekttag für die teilnehmenden Schulen konzipiert. Er folgt dem Ansatz des Forschenden Lernens. Die Jugendlichen entwickeln eigene Fragestellungen und arbeiten mit Originalquellen, ergebnisoffen und eigenverantwortlich. Moderiert und durchgeführt wird der Workshop von Teamerinnen und Teamern des Centrums für Angewandte Politikforschung in München, die gemäß dem Peer-to-Peer-Ansatz die Jugendlichen durch den Workshop führen.

    Das Hauptaugenmerk des Workshops liegt auf den verschiedenen Perspektiven, die die Schülerinnen und Schüler im Forscherlabor einnehmen sowie auf ihren persönlichen Werten und den gesellschaftlichen Wertedimensionen. Der Workshop knüpft einerseits an die Erfahrungs- und Alltagswelt der Jugendlichen an, andererseits weist er klare Lehrplanbezüge auf und zielt auf den Ausbau der prozessbezogenen Kompetenzen der Jugendlichen. Mehrperspektivisch – aus der Sichtweise des Konsumenten, des Unternehmers und der Politik – forschen und recherchieren die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich im Team. Die sich daraus ergebenden offenen Fragen und Handlungsempfehlungen vertiefen sie anschließend in einem Reality-Check mit Dialogpartnerinnen und –partnern aus Wirtschaft und Politik. Dieses Vorgehen stärkt nicht nur die Analyse-, Methoden- und Handlungskompetenz der Jugendlichen, sondern auch ihre Urteilskompetenz in Sachen Wirtschaft und Werte.

  • Im ersten Teil der Präsenzveranstaltung am 21.11. stand die inhaltlich-fachliche Einführung der neu am Projekt teilnehmenden Lehrkräfte aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Niedersachsen im Fokus. Nach den Begrüßungsworten von Frau Prof. Susanne Hilger (PwC Stiftung) führte Prof. Dirk Loerwald (IÖB) mit einem Vortrag in die „Grundlagen der Wirtschaftsethik“ ein. Hieran schlossen sich die Vorstellung der Unterrichtsmodule, der Online-Support-Umgebung sowie der Workshop-Konzeption an.

    In den Abendstunden gab es dann den offiziellen Startschuss in die zweite Projektphase, an dem auch einige der bereits seit einem Jahr aktiven Lehrkräfte teilnahmen. Nach den Grußworten von Lutz Roschker (Vorstand PwC-Stiftung) und Frank Henssler (Karl Schlecht Stiftung) ging Prof. Dominik H. Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln in seinem Impulsvortrag der Frage nach, warum es, hin- und hergerissen zwischen Gewinn und Gewissen, so schwer ist, ein guter Mensch zu sein. Dieser sorgte auch beim anschließenden gemütlichen Abendessen in großer Runde im Club Michel für angeregte Diskussionen.

    Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der unterrichtlichen Realisierung. In kleineren und größeren Gruppen tauschten sich die Lehrkräfte hinsichtlich der Einbettung der Unterrichtsmodule in ihre Jahrgangsplanungen aus und erstellten erste Planungsübersichten, die in den folgenden Wochen konkretisiert werden. Im Anschluss daran wurden ein Vorschlag zum unterrichtlichen Einstieg sowie eine Vielzahl anschaulicher Anwendungsbeispiele für die systematische Analyse der ethischen Dimension des Wirtschaftsgeschehens vorgestellt und diskutiert.

    Die Reflexionsphase zum Abschluss ergab ein sehr positives Feedback und unterstrich noch einmal das großes Engagement und die hohe Motivation aller Beteiligten. In den folgenden Wochen beginnen nun der Unterricht in den Schulen und die Workshops mit den Schülerinnen und Schülern, bevor am 13./14.02.2016 die nächste Lehrerfortbildung ansteht.

  • Dies unterstrich auch die Evaluierung des ersten Wirtschafts.Forscher!-Jahres, die zusammen mit Stakeholdern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft durchgeführt wurde. Und auch das Engagement der beteiligten Schülerinnen und Schüler aus der ersten Phase gibt dem Programm Recht. Mit Themen wie „Darf es etwas mehr sein?“ – Massenproduktion von Fleisch, „Von der Baumwollplantage in meinen Kleiderschrank“ und „Was darf mein Smartphone?“ berühren die Unterrichtsangebote die Lebenswelt der Jugendlichen.

    Die Programmbestandteile Lehrfortbildungen, Unterrichtsmaterialien, Online-Plattform und die Peer geführten Schülerworkshops kommen daher ebenso wie das öffentlichkeitswirksame Veranstaltungsformat des Economic Youth Summit bei den Lehrkräften ebenso wie bei den Schülerinnen und Schülern gut an. Das freut die Programmmacher, denn in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen sollten junge Menschen so unterstützt werden, dass sie selbstverantwortlich agieren können. Dieser Ansatz überzeugte auch die Karl Schlecht Stiftung aus Aichtal bei Stuttgart. Als Förderer holt sie das Programm zum Schuljahr 2016/17 nach Baden-Württemberg.

    Im zweiten Jahr werden mit acht Schulen aus dem ersten Jahr zwölf neue Schulen an Wirtschafts.Forscher! teilnehmen, acht aus Baden-Württemberg, zwei neue aus Bayern und jeweils eine neue aus Hessen und Niedersachsen. Damit steigt die Anzahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler innerhalb nur eines Jahres von 300 auf rd. 800 an. Um das Alleinstellungsmerkmal des Forschenden Lernens im Unterricht zu stärken, kommt im 2. Jahr ein weiteres Unterrichtsmodul zum Forschenden Lernen hinzu, das diese Methode in den Wirtschaftsunterricht einführt und erprobt.

    Zur Qualitätssicherung wird künftig ein Zertifikat die erfolgreiche Teilnahme dokumentieren. Die teilnehmenden Schulen erhalten dann die Wirtschafts.Forscher!-Plakette – in analoger und digitaler Ausfertigung – zur Anbringung am Schulgebäude und zum Einstellen auf die Schul-Website.

  • Sie arbeiten in den nächsten drei Jahren daran, die Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen systematisch in den Wirtschaftsunterricht der Sekundarstufe 1 zu integrieren. Dafür bedient sich das Programm der Methode des „Forschenden Lernens“, also einer von den Schülern selbst gesteuerten Entwicklung relevanter Fragestellungen und Antworten.

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    Staatssekretär Volker Schebesta MdL, der die Feier eröffnete, würdigte den Ansatz von Wirtschafts.Forscher!: „Ein Ergebnis der SINUS-Jugendstudie 2016 ist, dass ein Großteil aller Jugendlichen ein Interesse an Sinnfragen hat: Jugendliche setzen sich mit Umweltschutz, fairem Handel und kritischem Konsum auseinander. Durch den Ansatz des Forschenden Lernens wird dieses Interesse gezielt gefördert. Schülerinnen und Schülern können bei Wirtschafts.Forscher! ihre Fragen stellen und ihre Antworten finden. Das führt zu wertvollen Auseinandersetzungen mit ethischen Prinzipien und zentralen Werten wie Humanität, Solidarität und Verantwortung.“

    Wirtschaft und Ethik gehören zusammen

    Lutz Roschker, Vorstandsmitglied der PwC-Stiftung, die Wirtschafts.Forscher initiiert hat, erläuterte die Zielsetzung des Programms: „Indem Wirtschafts.Forscher! die ethische Dimension der ökonomischen Bildung in der allgemeinbildenden Schule stärkt, will es eine verantwortungsbewusste Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern und deren Interesse an der Gestaltung einer lebenswerten und zugleich zukunftsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft fördern“.

    Koordiniert wird das Programm in Baden-Württemberg von der Karl Schlecht Stiftung. „Es ist eines unserer wichtigsten Förderziele, das Bewusstsein für ethische Werte in der Wirtschaft zu schärfen – und zwar schon bei jungen Menschen. Deshalb freuen wir uns sehr, Partner gefunden zu haben, die mit demselben Ziel und einem so guten Programm bereits in anderen Bundesländern erfolgreich sind“, freut sich Frank Henssler, Referent Bildung der Karl Schlecht Stiftung.

    Die Wirtschafts.Forscher! blicken über die Schulbank hinaus

    Sich im Schulkontext nicht nur mit wirtschaftlichen Sachverhalten, sondern auch mit deren Auswirkungen zu befassen, ist ein Aspekt, der in Zeiten von Finanz- und Unternehmensskandalen immer wichtiger zu werden scheint. Die Schüler werden dazu nicht nur von ihren Lehrern unterrichtet, sondern arbeiten in partizipativen Workshops mit jugendlichen Peer-Coaches zusammen, treten mit Experten in den Dialog und diskutieren dadurch im Sinne einer ganzheitlichen Auseinandersetzung die Perspektiven unterschiedlicher Akteure an der Schnittstelle von Wirtschaft und Werten.

    Die Ergebnisse des baden-württembergischen Programms werden Ende 2019 bei einer jährlichen Feedback-Veranstaltung, dem „Economic Youth Summit“, der Öffentlichkeit präsentiert. Der „Economic Youth Summit“ fand 2016 erstmals statt. Er bringt die Schüler aus allen teilnehmenden Bundesländern zusammen und gibt ihnen Gelegenheit, das Gelernte bei Expertengesprächen und einer Podiumsdiskussion anzuwenden.

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    Teilnehmende Schulen in Baden-Württemberg

    Fotos | © Karl Schlecht Stiftung

     

2015/2016
  • Der Projektansatz hat sich unabhängig von Schultyp und Bundesland überall gleichermaßen gut bewährt. Die Inhalte waren interessant, ausgewogen und regten zum Nachdenken und der vertieften Beschäftigung mit wirtschaftsethischen Fragen im Unterricht und darüber hinaus an. Das wirtschaftsethische Wissen und das Bewusstsein für die eigene Verantwortung im Wirtschaftsprozess und die der anderen Akteure sind bei den Schülerinnen und Schülern nach der Durchführung der Unterrichtsmodule und Schulworkshops signifikant gestiegen. Besonders erfreulich war die hohe Begeisterung, mit der die Lehrkräfte wie auch die Teamerinnen und Teamer die Inhalte und Methoden vermittelten. Sie hat sich auf die Schülerinnen und Schüler übertragen und damit wesentlich zum Erfolg des Projekts beigetragen. Alle Beteiligten hatten Freude am Ansatz des forschenden Lernens und wünschen sich hierfür sogar noch weitere, vertiefende Fortbildungen.

    Das Evaluationsdesign beinhaltete die Befragung von dreizehn Lehrkräften zu drei Zeitpunkten (vor, während und nach der Durchführung der Unterrichtsmodule) mittels Online-Befragungen. Die 238 Schülerinnen und Schüler erhielten insgesamt drei Fragebögen zu den Unterrichtsmodulen und zum Economic Youth Summit. Zu den Schulworkshops gaben fünf Teamer und fünf beobachtende Lehrkräfte online eine Rückmeldung. Eine Fokusgruppe, mit einer Schulleitung, zwei Lehrern, zwei Teamern und vier Schülerinnen und Schülern, die insbesondere die Schulworkshops, aber auch das Zusammenspiel aller Projektelemente in den Blick nahm, rundete die Datenerhebung ab.

    Besondere Beachtung verdient der partizipative Ansatz der Evaluation. Vertreterinnen und Vertreter aller am Projekt Beteiligten und vom Projekt Betroffenen (sogenannte Stakeholder) wurden vom Evaluationsteam, Susanne Ulrich und Prof. Dr. Tilman Eckloff, in die Entwicklung des Evaluationsdesigns, die Bewertung der erhobenen Daten und die Formulierung der Handlungsempfehlungen mit einbezogen.

    Die Stakeholder repräsentierten die Perspektive der Schule (Kultusministerium, Schulleitung, Lehrkräfte und Schüler), der Projektverantwortlichen (PwC-Stiftung, CAP und IÖB), der Unternehmen (PwC AG), der Wissenschaft (Wirtschaftsethik), der Medien (TV), der Kirchen (Katholische Akademie Rabanus) und der Gewerkschaft (ver.di).

    In der Mitte der ersten Projektphase wurden die Stakeholder gebeten, die bis dahin erhobenen Daten kritisch zu betrachten und Vorschläge zur Projektoptimierung zu formulieren. Beim letzten Stakeholder-Workshop ging es schließlich darum, Empfehlungen für die zweite Phase des Projekts zu entwickeln und auf der Grundlage aller erhobenen Daten ein Qualitätsurteil über den gesamten bisherigen Projektverlauf abzugeben. Es wurde festgestellt, dass die wesentlichen Projektziele hervorragend erreicht wurden. Insgesamt erhält das Projekt damit die Gesamtnote von 1,7.

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    Dort wurden sie begrüßt von PwC-Standortleiter Ecki Späth und Prof. Dr. Susanne Hilger, PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur. Nach dem Motto „Das Wir in Wirtschaft entdecken“ stellten die Schüler dort ihre Projektergebnisse vor, diskutierten mit Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und erarbeiteten Handlungsempfehlungen für die Politik. Die Mehrperspektivität ist eine wichtige Zielsetzung des Programms. Erst das Gespräch mit den verschiedenen Akteuren aus der Praxis erzeugt ein Verständnis von ökonomischen Sachverhalten und den komplexen Interessenlagen, denen Entscheidungen zugrunde liegen.

    Die Begegnung mit Thomas Silberhorn, Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, und der Vortrag von Fotokünstler und Sozialunternehmer Hannes Schmidt gehörte zu den Höhepunkten des Tages. Doch auch Spaß und Unterhaltung kamen nicht zu kurz: Beatboxer Robeat sorgte mit groovigen Klängen für Entspannung in der Mittagspause.
    Bilder: Robeat, H. Schmid, Schüler

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    Wirtschafts.Forscher! ist ein Gemeinschaftsprojekt der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, dem Institut für Ökonomische Bildung Oldenburg und dem Centrum für Angewandte Politikforschung München. In Baden-Württemberg wird es in Kooperation mit der Karl Schlecht Stiftung durchgeführt. Das Programm fördert die Einbettung einer Werteorientierung in den Wirtschaftsunterricht. Dabei geht es darum, die ethische Dimension der ökonomischen Bildung in der allgemeinbildenden Schule (Sekundarstufen I) herauszuarbeiten, sie in die ökonomischen Kerncurricula und Rahmenvorgaben der Bundesländer zu integrieren und für Schülerinnen und Schüler mit Bezug zu deren Alltagswelt, u.a. durch forschendes Lernen und mithilfe von Experimenten, Erkundungen und Simulationen sowie spezifischen Schülerworkshops, anschaulich und methodisch attraktiv aufzubereiten.

    Fotos | © CHUNDERKSEN

  • In Marktwirtschaften gibt es keine staatlichen Pläne bezüglich Produktionsmengen, Vertriebsformen, Güterallokation etc. Unternehmen agieren als eigenständige Organisationseinheiten, die Waren oder Dienstleistungen bereitstellen. Der Wettbewerb übernimmt hier disziplinierende und koordinierende Funktion. Weil Unternehmen nur an der Produktion solcher Güter Interesse haben, die sie auch gewinnbringend verkaufen können, produzieren sie in der Regel effizient und stellen die Produkte her, die den Präferenzen der Nachfrager entsprechen. Diese Präferenzen werden gemessen an der (maximalen) Zahlungsbereitschaft der Nachfrager. Damit nehmen Nachfrager auf Wettbewerbsmärkten zwar keine aktive Rolle ein, aber jedes Unternehmen, das an Gewinn interessiert ist, kann die Interessen seiner Kunden nicht systematisch und längerfristig ignorieren. In diesem Zusammenhang spricht man von Konsumentensouveränität. Ein funktionsfähiger Wettbewerb führt in der Regel außerdem dazu, dass nicht nur einzelne große Unternehmen existieren, die viel Macht haben, sondern mehrere, in Konkurrenz zueinander stehende Unternehmen. Franz Böhm (1895-1977) hat den Wettbewerb einmal als das „genialste Entmachtungsinstrument der Geschichte“ bezeichnet.

    Aber nicht immer funktionieren Märkte so wie im Idealfall beschrieben und nicht immer verhalten sich Unternehmer ausschließlich im Interesse ihrer Kunden. Es lassen sich auch Beispiele für ethisch fragwürdiges Verhalten von Unternehmern identifizieren wie beispielsweise Korruption, Steuerhinterziehung, Zinsmanipulationen, schlechte Arbeitsbedingungen, qualitativ mangelhafte Produktbestandteile oder Manipulationen von Kennzahlen. Gewinnstreben und soziale Verantwortung müssen zwar nicht zwingend im Gegensatz zueinander stehen, aber nicht selten geraten Einzelentscheidungen in Unternehmen in ein Spannungsverhältnis von Rentabilität und moralischer Akzeptanz. Die Wirtschaftsethiker Karl Homann und Franz Blome-Drees strukturieren dementsprechend das Verhältnis zwischen Rentabilität und Moral in Form von vier grundsätzlichen Möglichkeiten:

    1. Hohe moralische Akzeptanz + hohe Rentabilität = positiver Kompatibilitätsfall
    2. Geringe moralische Akzeptanz + hohe Rentabilität = moralischer Konfliktfall
    3. Hohe moralische Akzeptanz + geringe Rentabilität = ökonomischer Konfliktfall
    4. Geringe moralische Akzeptanz + geringe Rentabilität = negativer Kompatibilitätsfall

    Diese Strukturierung kann als Analyseinstrument zur Rekonstruktion unternehmerischer Entscheidungsprozesse dienen. Moral und Rentabilität werden in einen systematischen Zusammenhang gebracht, wobei der positive Kompatibilitätsfall für Unternehmer als erstrebenswert gelten sollte. Entscheidungen, die einen negativen Kompatibilitätsfall herbeiführen, sollten hingegen gar nicht getroffen werden, weil im Ergebnis nur noch die Marktaustrittsstrategie bleibt. Problematisch erscheinen die Möglichkeiten II und III:

    • Entscheidungen, die einen ökonomischen Konfliktfall herbeiführen, verschlechtern die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens, weshalb besonders sorgfältig zu prüfen ist, ob dadurch langfristig die Existenz des Unternehmens bedroht ist.
    • Der moralische Konfliktfall ist dadurch gekennzeichnet, dass in einer Entscheidungssituation eine für das Unternehmen rentable Alternative mit geringer moralischer Akzeptanz verbunden ist.

    Damit kann der Titel dieses Unterrichtsmoduls „Unternehmerisches Handeln: Mit Rücksicht auf Verluste“ im doppelten Wortsinn verstanden werden. Zum einen kann ein Unternehmen nicht dauerhaft (monetäre) Verluste machen, weil es dann aus dem Markt verschwindet. Zum anderen ist auch von Unternehmen zu erwarten, dass sie nicht ohne Rücksicht auf (soziale/ökologische) Verluste handeln. Die maximale Rendite um jeden Preis sollte nicht das unternehmerische Motto in einer sozialen Marktwirtschaft sein; vor allem dann nicht, wenn unbeteiligte Dritte von unternehmerischen Aktivitäten betroffen sind (sogenannte „negative externe Effekte“). Die zentrale Problemstellung dieses Moduls kann dementsprechend wie folgt formuliert werden: Unternehmerisches Handeln im Spannungsfeld von Rendite und Ethik.

    Diese Zusammenhänge erscheinen unmittelbar plausibel. Die schwierigere Frage ist die, ob und wie man Unternehmen dazu bringen soll, in Konfliktfällen der Ethik den Vorzug zu geben und auf Rendite zu verzichten. Das widerspricht ihrer eigentlichen Funktion der Gewinnorientierung. Diese Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, weshalb ein Praxiskontakt als methodischer Zugang für die Inhalte in diesem Modul gewählt wurde. Gemeinsam mit einem Experten/einer Expertin aus der Wirtschaftspraxis machen sich die Schülerinnen und Schüler auf die Suche nach Antworten.

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    Um diese Fragen drehte es sich unter anderem in der Teamerschulung für die Workshops des Projekts „Wa(h)re Werte – Wirtschafts.Forscher!“, die erstmals an den Projektschulen aus Bayern, Hessen und Niedersachsen durchgeführt werden. Das Workshopkonzept setzt an der Schnittstelle zwischen Ethik, Wirtschaft und politischer Bildung an und hat das Ziel, aus unterschiedlichen Perspektiven wirtschaftsethische Fragen mithilfe der Methode des Forschenden Lernens zu bearbeiten. Die Teamer leiten die Jugendlichen während der Workshops dazu an, am Beispiel von problemorientierten Wirtschaftsthemen eigenständig für sie wichtige Werte heraus zu arbeiten und die damit verbundenen Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven zu analysieren.

    Eingeleitet wurde die Schulung mit einer Einführung zum Projektstand von Hester Weigand, Referentin der PwC-Stiftung, sowie dem anschließenden organisatorischen Input durch Tagungsleitung Eva Feldmann-Wojtachnia und Dr. Barbara Tham vom CAP.

    Die theoretischen Grundsätze und Prinzipien des Workshops, verknüpft mit der konkreten Workshopagenda sowie den dazugehörigen methodisch-didaktischen Abläufen standen ganz oben auf dem Schulungsprogramm. Auch war eine intensive Beschäftigung mit den Materialien Bestandteil des Programms. Im Anschluss daran begann die gemeinsame Erarbeitung der inhaltlichen Bestandteile und Materialien der drei Workshopthemen:

    • „Von der Baumwollplantage in meinen Kleiderschrank. Internationale Textilproduktion“
    • „Darf es etwas mehr sein? Massenproduktion von Fleisch“
    • „Was kann und darf mein Handy? Smartphone – Top Seller auf dem Weltmarkt“.

    In einem interaktiven, intensiven Trainingsteil wurde der Workshop Punkt für Punkt praktisch durchgegangen. Durch einen Rollenwechsel vom Teamer zum Schüler für diejenigen, die nicht die Anleitung übernehmen mussten, konnten die unterschiedlichen Perspektiven verständlich nachvollzogen und verschiedene Schulsituationen eingeübt werden. Zugleich sorgte dieser Teil der Schulung zusätzlich für viel Spaß. Das gemeinsame Vertiefen der methodisch-didaktischen Abläufe und die verdienten Pausen stärkten die Teamarbeit für die bevorstehenden Workshops. Nun kann es an den Schulen losgehen, die Teamer fühlen sich gut vorbereitet und freuen sich auf ihre Aufgabe.

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  • Im Modul „Über die Qual der Wahl … und die Moral!“ steht der induktive Einstieg in die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Wirtschaft und Ethik mit Hilfe von drei Unterrichtsexperimenten im Vordergrund. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass wir täglich in Knappheitssituationen Entscheidungen zu treffen haben. Diese wiederum enthalten stets normative Dimensionen. Nicht selten existieren Zielkonflikte, die auf unterschiedlichen Wertmaßstäben beruhen. Denken wir beispielsweise bei einer Entscheidung im Wesentlichen an uns und die uns nahe stehenden Personen? In welchem Ausmaß berücksichtigen wir die Interessen uns unbekannter Menschen und wie hoch dürfen die Opportunitätskosten sein, die wir dafür in Kauf nehmen? In der Marktwirtschaft werden Knappheitssituationen über den Marktmechanismus koordiniert. Inwiefern und inwieweit handelt es sich dabei nicht nur um ein effizientes, sondern auch um ein gerechtes Verfahren? Und was ist, wenn der Markt versagt, wie beispielsweise im Fall öffentlicher Güter? Diese für das Verhältnis von Wirtschaft und Ethik grundlegenden Fragen werden in diesem Modul unterrichtlich aufbereitet. Die Schülerinnen und Schüler erschließen sich u. a.

    • Entscheidungskonflikte zwischen monetären und sozialen Werten,
    • den Marktmechanismus und die Frage nach der gerechten Verteilung knapper Güter sowie
    • die grundsätzlichen Merkmale öffentlicher und privater Güter und gesellschaftliche „Trittbrettfahrerprobleme“.

    Das Modul „Vom Einkaufen und Inkaufnehmen!“ setzt direkt am wirtschaftlichen Alltag der Schülerinnen und Schüler an. Bereits Kinder und Jugendliche verfügen über Einkommen und treten auf Märkten als Nachfrager auf. Ethische Fragestellungen spielen dabei an vielen Stellen eine Rolle, z. B. im Hinblick darauf, wie das Einkaufsverhalten von den Anbietern beeinflusst wird und welche Auswirkungen unsere Kaufentscheidungen für andere haben (können). Mithilfe einer in der Klasse zu konzipierenden Umfrage und einer App-Recherche werden entsprechend systematisch

    • die Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren,
    • die gesellschaftlich relevanten Auswirkungen sowie
    • die unterschiedlichen ethischen Aspekte (jugendlicher) Kaufentscheidungen analysiert.

    „Wir regeln das selbst! – „Eine Utopia-Simulation zur Relevanz von (Spiel-)Regeln für wirtschaftliches Handeln“, das dritte Unterrichtsmodul, entführt die Klasse auf eine Insel. Nach einem Schiffsunglück müssen die Schülerinnen und Schüler in mehreren Runden eigenständig dort ihr Leben organisieren, Regeln festlegen und Aufgaben verteilen. Dabei gilt es, möglichst effiziente Formen der Arbeitsteilung sowie der Bereitstellung und des Tausches von Gütern und Dienstleistungen unter Berücksichtigung ethischer Aspekte zu vereinbaren. Im Anschluss erfolgt ein Transfer auf das reale Wirtschaftsgeschehen und eine Beschäftigung mit den grundlegenden ordnungspolitischen Aufgaben des Staates. Ziel ist es, die Bedeutung staatlich fixierter Spielregeln in Form von Gesetzen, Verordnungen und Ge- und Verboten in der Marktwirtschaft zu vermitteln. Diese Regeln stecken den Handlungsspielraum der Wirtschaftsakteure (Verbraucherinnen und Verbrauchern, Unternehmerinnen und Unternehmern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern etc.) ab und steuern deren Aktivitäten durch Anreiz- und Sanktionsmechanismen. In der Art und Weise, wie eine Regel konstruiert ist, werden wiederum normativ-ethische Grundentscheidungen erkennbar, die in diesem Modul im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen. Zudem gilt es die Wirkungspotenziale von Appellen und Regeln hinsichtlich der Durchsetzung ethischer Vorstellungen im Wirtschaftsgeschehen zu analysieren.

    Die Materialien der Unterrichtssequenzen sind so angelegt, dass die Lehrkräfte diese je nach den Bedürfnissen ihrer Klasse einsetzen und anpassen können. Das IÖB bietet darüber hinaus an, kurzfristig Materialien entsprechend der individuellen Bedürfnisse der teilnehmenden Lehrkräfte/Klassen zu erstellen. Die Rückmeldungen der Lehrkräfte aber wichtiger noch der Schülerinnen und Schüler belegen, dass das Projekt Wirtschafts.Forscher! damit auf dem richtigen Weg ist.

     

  • Nach einer Begrüßung durch die Leiterin der Stiftung, Frau Prof. Hilger, begann der Austausch mit einem Feedback der Lehrkräfte zu ihren Praxiserfahrungen mit dem neu entwickelten Unterrichtsmaterial. Als besonders positiv wurde der Einsatz der ökonomischen Experimente geschildert. Im Anschluss wurden von Frau Dr. Tham (CAP) die Workshops vorgestellt, die den Schülerinnen und Schülern gegen Ende des Schuljahrs einen ganzen Tag Gelegenheit geben, sich forschend mit einem der Themen „Textilwirtschaft“, „Fleischproduktion“ oder „Smartphones“ auseinanderzusetzen. Nach Informationen zur Evaluation durch Frau Ulrich (CAP) und zum Unternehmen PwC durch den Stiftungsvorstand Herrn Roschker setzte sich der angeregte Austausch der Anwesenden beim gemeinsamen Abendessen fort.

    Der zweite Tag bot eine fachwissenschaftliche und fachdidaktische Einführung in die Unternehmensethik durch Herrn Prof. Loerwald (IÖB). Daran anknüpfend wurde den Teilnehmern ein neu entwickeltes Unterrichtsmodul zu diesem Thema vorgestellt, das die Möglichkeit zum Praxiskontakt durch Expertengespräche bietet. Die Lehrkräfte nutzten im Gespräch die Möglichkeit, ihre Anregungen und Vorschläge zur weiteren Ausgestaltung des Materials einzubringen.

    Wie bereits beim ersten Präsenztreffen wurde das hohe Engagement aller Projektbeteiligter deutlich. In den kommenden Wochen und Monaten stehen nun an den Schulen die Fortführung der unterrichtlichen Umsetzung sowie die ersten Befragungsrunden der Schülerinnen und Schüler auf dem Programm, kontinuierlich begleitet von PWC-Stiftung, IÖB und CAP.

    Wa(h)reWerte

  • Das gemeinsam mit dem Institut für ökonomische Bildung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und dem Centrum für angewandte Politikforschung an der LMU München entwickelte Programm möchte einen Beitrag zur werteorientierten Wirtschaftsbildung an Schulen leisten. Noch vor der offiziellen Begrüßung durch Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstandes der PwC AG, und Stiftungsvorstand Lutz Roschker interviewten Schülerteams die Gäste zum Thema Wirtschaft und Werte. Auf dem Podium diskutierten, moderiert von der Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld, der Jesuiten-Pater Klaus Mertes mit Start up-Unternehmer Tim Fronzek und Wirtschaftsprofessor Ingo Pies. Workshops boten anschließend die Möglichkeit sich vertieft mit einzelnen Fragen auseinanderzusetzen, ehe Markus Löning, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung a.D., an die Anwesenden appellierte, die Gestaltung ihrer Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

    Bei den anwesenden Schülerinnen und Schülern stieß der Politiker damit auf offene Ohren. Tobias Lippenberger, Schüler der Klasse 10 an der Mittelschule München-Moosach, erklärte wie wichtig es sei, junge Menschen mit Themen der Wirtschaft und deren ethischen Fragen zu konfrontieren. Und nicht nur das Thema, sondern auch die praktische Herangehensweise des Programms sei spannend. In Projekten seien Schüler deutlich mehr und viel aktiver eingebunden als im Regelunterricht. Auf die Frage, was er sich für das Projekt wünsche, antwortete Tobias, „dass man das Projekt größer macht. …Ich finde es wichtig, dass mehr Schulen mit solchen Themen arbeiten.“ Nicht nur Tobias Lippenberger war die Begeisterung über das neue Programm anzumerken. Sein Mitschüler Eddie Styra fügte hinzu, dass es wichtig für die Zukunft sei, dass junge Menschen „mal verstehen, was Geld eigentlich ist, wo es herkommt und wo es hingeht“. Der Kreislauf des Geldes sei den meisten Schülern gar nicht richtig bewusst. Die Wirtschafts.Forscher! haben also gerade zur richtigen Zeit den Weg an die Schulen gefunden.

    Zum Abschluss des Tages erwartete die Gäste ein attraktives Kulturprogramm in der 48. Etage des Tower 185. Die PwC-Stiftung hatte Kooperationspartner um einige Kostproben gebeten. Und so präsentierte Poetry Slammer Bas Böttcher Wort-gewaltige Kunstwerke zum Thema Wirtschaft und Werte und die Tonali-Künstler Wassiliy Gerassimez und Arthur Rusanovsky sorgten mit Jazz-Einlagen für beschwingte Lounge-Atmosphäre in der Sky Bar.
    Wa(h)reWerte

  • Die inhaltliche Gestaltung lag beim Institut für Ökonomische Bildung aus Oldenburg (IÖB). Das Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) gab zudem einen kurzen Ausblick auf die Workshops, die im Juni und Juli des kommenden Jahres an den beteiligten Schulen stattfinden werden.

    Zum Einstieg erhielten die Lehrkräfte von Prof. Loerwald (IÖB) eine fachwissenschaftliche und fachdidaktische Einführung in die Grundlagen der Wirtschaftsethik. Hierbei erfolgte eine direkte Fokussierung auf den durchzuführenden Wirtschaftsunterricht. Daran anschließend wurden die drei im Projekt vom IÖB entwickelten umfassenden Unterrichtsmodule vorgestellt, die sich in die bestehenden Curricula, der mit dem Thema Wirtschaft befassten Fächer der beteiligten Bundesländer, integrieren lassen. Um die ab Mitte November 2015 geplante unterrichtliche Umsetzung bestmöglich vorzubereiten, erfolgte eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Modulinhalten und es wurden relevante Aspekte des praktischen Einsatzes erörtert. Von den Lehrkräften wurde insbesondere die Breite des Materialangebotes positiv bewertet, die eine problemlose Anpassung an die Bedürfnisse und Voraussetzungen der unterschiedlichen Klassen ermögliche.

    Im letzten Abschnitt der Veranstaltung wurde das eigens für das Projekt eingerichtete Online-Kommunikations- und Qualifizierungsportal vorgestellt und die Lehrkräfte erhielten Ihre persönlichen Zugangsdaten. Neben der Möglichkeit, sich jederzeit mit den Kolleginnen und Kollegen sowie Projektträgern auszutauschen und Unterstützung anzufordern, finden sie hier insbesondere Qualifizierungsmodule, um sich entsprechend der individuellen Bedürfnisse tiefergehend mit den im Projekt relevanten fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Inhalten auseinanderzusetzen.

    Am 15. und 16.02.2015 findet das nächste Präsenztreffen in Frankfurt statt, in dem es vor allem um die Reflektion der ersten Unterrichtserfahrungen sowie die Vorbereitung der Workshops durch das CAP gehen wird.

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    Teilnehmer und Vertreter von PwC-Stiftung, CAP und IÖB bei der ersten Fortbildung des Programms Wirtschafts.Forscher! in Frankfurt.

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